Blues

Der Blues und seine Wurzeln

Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert entstanden in den Südstaaten der USA die ersten Formen der Blues Musik. Es handelt sich beim Blues daher um eine ur-amerikanische Musik. Entwickelt wurde diese vokale und instrumentale Musikrichtung durch die afro-amerikanische Community, die mit dem Blues die Grundlage für viele weitere erfolgreiche US-amerikanischen Musikrichtungen bereitgestellt hat. Seine allersten Anfänge fand der Blues auf den Baumwollplantagen der us-amerikanischen Südstaaten. Die schwarzen Sklaven sangen Lieder, die ihr Leid zum Ausdruck brachten und ihnen zugleich die schwere Arbeit auf den Feldern ein wenig erträglicher machten. Im Blues sind Elemente traditioneller afrikanischer und europäischer Musik enthalten. Eng verwandt mit dem Blues sind Rock, Soul und Jazz.

In seinen Anfängen war der Blues lediglich ein kleiner Bestandteil im Programm der afroamerikanischen Musiker. Den Hauptteil der gespielten Musik machten zeitgenössische Popmusik, Schlager, Ragtime und Countrymusik aus. Eine ausschließliche Spezialisierung auf Blues-Songs erfolgte erst in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts, als die Plattenlabels kommerzialisiert wurden. Daduch kam es zu einer erheblichen Weiterentwicklung und Verfeinerung dieser Stilrichtung – der Blues wurde eine eigenständige populäre Musikrichtung.

Bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war das Hauptinstrument im Blues das Banjo, welches bald durch die akkustische Gitarre ersetzt wurde. Daneben trägt vorallem die Mundharmonika zum unverwechselbaren Klang der Bluesmusik bei.
Die ersten populären Blues-Veröffentlichungen kamen unmittelbar nach W.C. Handys erfolgreicher Schalplattenaufnahme des Stücks “Memphis Blues” im Jahr 1912. Im Jahr 1920 folgte dann der erste gesungene Blues-Song “Crazy Blues” von Mamie Smith. Blues-Sängerinnen wie Billie Holiday und Bessie Smith wurden im Zuge des immer populärer werdenden Blues erfolgreiche Stars, die millionen Platten verkauften.

Einige Jahre später – als ein Großteil der schwarzen Bevölkerung zur Arbeitssuche in die Städte zog – wurde der Blues dem städtischen Tempo angepasst. Es entstand der elektrisch verstärkte, lauter und schneller werdende Chicago Blues, auch Electric Blues genannt.